Warum man durch Golf ein besserer Manager wird

Genauigkeit, Beharrlichkeit und Weitsicht – Eigenschaften, die Manager genauso brauchen wie Golfspieler. Tatsächlich gibt es einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Sport und der Karriere.
Von Anke-Sophie Meyer Quelle: die Welt

Aufregung vor wichtigen Verhandlungen, zitternde Hände beim Golfabschlag? Nicht immer gelingt die persönliche Hochleistung. Wie Sport und berufliche Entwicklung zusammenhängen erklärt Coaching-Profi Marion Klimmer im Interview.

Die Welt: Sind Golfer die besseren Manager?

Marion Klimmer: Fakt ist, dass gute Golfer sehr viele Eigenschaften von guten Managern haben und umgekehrt. Beide müssen in erfolgskritischen Situationen ihr volles Potenzial abrufen und zeigen können. Es nützt nichts, als Golfer ein Weltmeister der Länge und Präzision auf der Driving-Range zu sein, im entscheidenden Turnier aber in herausfordernden Situationen Fehlschläge zu produzieren. Genauso wenig nützt es, vor oder nach Verhandlungen großartige Argumente zu haben, währenddessen aber nicht schlagfertig zu sein.

Die Welt: Trifft das nicht auch auf andere Sportarten zu?

Klimmer: Die Erfolgsfaktoren jeder Sportart können die berufliche Leistungsfähigkeit steigern. Jede Sportart trainiert aber andere. Beim Tennis muss man lernen mit den Reaktionen des Gegners umzugehen, je schneller und flexibler, desto besser. Eine fast permanente Top-Konzentration ist hierfür erforderlich. Beim Marathon hingegen ist im wahrsten Sinne des Wortes langer Atem gefragt.

Die Welt: Und beim Golfen?

Klimmer: Beim erfolgreichen Golfen muss man insbesondere den „inneren Kampf mit Emotionen“ beherrschen und damit auch die Übernahme von Verantwortung für den eigenen mentalen Zustand. Es führt in eine Sackgasse, anderen Menschen oder äußeren Umständen die Schuld für schlechte Ergebnisse zuzuschreiben. Golfen trainiert somit kontinuierliche Selbstverbesserungs-Prozesse.

Die Welt: In ihrem Buch „So coachen sich die Besten -persönliche Höchstleistungen erzielen“ beschreiben Sie „acht Erfolgssäulen der Höchstleistung“. Was ist damit gemeint?

Klimmer: Diese gelten für Golfer genauso wie für Manager. Dazu zählen Fokussierung und Konzentration, gutes Stress-Management, Selbstvertrauen und positive Selbstkommunikation, konstruktiver Umfang mit Niederlagen, Fitness und Gesundheit. Und all dies ruht auf der unerlässlichen Basis von Fachkompetenz, Übung, Vorbereitung. Nicht zu vergessen ist die soziale Kompetenz, die für gute Manager besonders wichtig ist. Gute Golfer lernen Rücksichtnahme – der eigentliche Sinn der manchmal belächelten „Golfer-Etikette-Regeln“.  weiter

Die Wahrheit über die Karrierelegende Golf

Wer sich auf den Golfplätzen der Republik tummelt, trifft auf die Wirtschaftsbosse der Deutschland AG. Doch dient der Rasen als Sprungbrett für den Aufstieg? Was am „Karrierefaktor Golf“ wirklich dran ist.

von Jessica Schwarzer – Handelsblatt

Düsseldorf: Erfolgreiche Menschen spielen Golf. Wer es beruflich zu etwas bringen will, sollte also auch an seinem Handicap arbeiten. Schließlich werden auf dem Golfplatz die großen Deals abgeschlossen. Klischees wie diese gibt es viele. Aufstrebende Jung-Manager investieren Tausende in ihre Golfkarriere, nur um beruflich voranzukommen. Doch was ist dran am Karrierefaktor Golf?

Martin Kohlhausen findet deutliche Worte: „Wer in den Golfclub eintritt, um seine Karriere voranzutreiben, der wird auf dem Platz nicht viel Freude haben“, sagt der ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank. „Golf ist für mich eine wundervolle Freizeitbeschäftigung, bei der man viele interessante Leute trifft, mehr aber auch nicht.“
Das zerschmettert die Überzeugung, dieses Hobby gehöre in einen guten Lebenslauf. Langjährige Golfer rücken das Klischee zurecht. Thomas Lange, Vorstandsvorsitzender der National-Bank Essen, stellt klar: „Den Karrierefaktor Golf gibt es nicht, allerdings gewinnt Golf zunehmend gesellschaftliche Bedeutung.“

Eine Investition in diese Sportart, ausschließlich um im Job vorwärts zu kommen, lohnt sich also offenbar nicht. Doch auch wenn die Beförderung nicht programmiert ist, bietet Golf immerhin eine ideale Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen. Denn auf dem Golfplatz lernt man unweigerlich neue Menschen kennen.

Golf ist zwar längst nicht mehr so elitär und teuer wie noch vor einigen Jahren. Was den Sport mit Blick auf die Karriere aber interessant macht, ist wohl das Klientel, das sich auf den Rasen der Republik tummelt.

„Natürlich begegnen mir auf dem Golfplatz tendenziell besser verdienende Menschen in guten Positionen“, sagt ein Investmentbanker. Die Chance, einen Firmeneigentümer, Vorstand oder Aufsichtsrat als Spielpartner zu haben, ist je nach Golfclub gar nicht so gering. Schließlich werden bei Turnieren die Flights – also die Dreier- oder Vierergruppen, die zusammenspielen – wild zusammengewürfelt.
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Warum Golfer die besseren Manager sind

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Handicap und der Fähigkeit als Führungskraft in einem Unternehmen? Ja, sagt der Autor Rainer J. Schaetzle. Und als international tätiger HR-Manager und passionierter Golfspieler weiß er, wovon er schreibt.

Um eins gleich vorwegzunehmen: Nicht jeder Manager, der Golf spielt, ist automatisch erfolgreich. Und natürlich gibt es viele sehr gute Manager, die noch nie einen Golfschläger in der Hand gehabt haben. Aber das es eine Verbindung zwischen erfolgreichem Managen und Golfen gibt, lässt sich nicht bestreiten.

Und wenn mas das Buch “Warum Golfer die besseren Manager sind” gelesen hat, weiß man nicht nur, woran das liegt, sondern lernt auch noch, welche Managementfähigkeiten sich auf dem Golfplatz trainieren lassen.Die vielen Praxistipps und Übungen im Buch sorgen dafür, dass es nicht bei einer rein theoretischen Annäherung an das Thema bleibt.

Die These vom Zusammenhang zwischen Handicap und Börsenperformance

Die New York Times averglich die Golf- Handicaps amerikanischer Vorstandsvorsitzender mit der Börsenperformance der jeweiligen Unternehmen. Das Ergebnis war überraschend: Die Performance der Unternehmen mit golfspielenden CEO’s war höher, als die anderer Firmen. Dieser These war der Ausgangspunkt für die Untersuchungen von Rainer J. Schaetzle. In einem Jahr beruflicher Auszeit von seiner HR-Management-Tätigkeit recherchierte er, sammelte Daten und Erfahrungen, die beim Schreiben in das Buch einflossen.

Er wendet erfolgreiche Management-Methoden auf das Golfspiel an und überträgt Erfahrungen aus dem Golf in den Führungsalltag – die Grenzen zwischen den beiden Bereichen werden fließend. Und als Leser ist man überrascht, wie viele Parallelen es zwischen den Themen gibt. Etwa beim Enthusiasmus. Nur mit Leidenschaft und Begeisterung können Manager gute Leistungen bringen. Dies gilt auch beim Golfen, wo neben der Fitness auch die Motivation und das Mentale eine große Rolle spielen. Nur wer gelernt hat mit Niederlagen positiv umzugehen, wird langfristig Erfolg und Begeisterung daran haben.

Rainer Schaetzle möchte mit seinem Buch zeigen, wie Golf zu einem spielerischen Lernfeld für die persönlicher Führungskompetenz werden kann. Das ist nicht nur ein spannender Ansatz, sondern kann für die eigene Entwicklung viel bringen. Denn: Beim Golfsport bekommt ein direktes Feedback für sein Handeln. Im Beruf ist das nicht immer so.

Fazit: Dieser Perspektivwechsel lohnt sich für alle, die sich persönlich weiterentwickeln wollen.Das Buch kann für 28,40 € (Hardcover) direkt beim Verlag “Fore!” bestellt werden. Der Reinerlös des Buches geht ab Tibetischer Kinderdörfer  in Indien.

Quelle: Golfsportmagazin