Golftraining rund um Düsseldorf

Trainiert wird in kleinen Gruppen – Kurzes Spiel

Der Pitch.

Ein Pitch ist ein Schlag, bei dem der Ball nach der Landung schnell stoppt.

Erklärung:

Der Ball fliegt beim Pitch aufgrund des steilen Eintreffwinkels flacher als loftgerecht vom Schlägerblatt ab, stoppt aber aufgrund des größeren Backspins nach der Landung schnell.

Weitere Beschreibung: Um den Ball auf dem Grün schneller zum stoppen zu bringen als bei einem Chip mit gleicher Flugweite, muss der Rückwärtsdrall beim Landen des Balles höher sein. Das bedeutet, dass der Treffmoment gegenüber dem Chip verändert werden muss.

Die drei Schlüsselfaktoren Schlägerkopfgeschwindigkeit, Loft und Eintreffwinkel haben den größten Einfluss auf den Spin. Sie haben aber auch unmittelbare Auswirkung auf den Ballflug. Zum Beispiel beeinflussen sie die Fluglänge und die Abflughöhe. Obwohl die drei Faktoren nie isoliert voneinander auf den Ball treffen, ist es hilfreich, die Auswirkungen im Einzelnen zu betrachten

Schlägerkopfgeschwindigkeit: Grundsätzlich gilt, dass bei einem gut getroffenen Ball der Backspin umso höher ausfällt je höher die Schlägerkopfgeschwindigkeit bei gleichem Schläger und gleicher Schlagart (Chip, Pitch, Lob) ist. Die Schlägerkopfgeschwindigkeit beeinflusst aber nicht nur die Drallrate sondern auch die Fluglänge. Schwingt man einen Schläger unter Beibehaltung des dynamischen Lofts schneller, so erhält der Ball zwar eine höhere Rückwärtsdrallrate, aber er fliegt auch weiter. Würde man versuchen, den Spin nur durch die Steigerung der Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erhöhen, so würde der Ball zu weit fliegen.

Dynamischer Loft: Eine weitere Möglichkeit, den Spin zu steigern, ist, den dynamischen Loft zu vergrößern. Das wird vor allem durch das Öffnen der Schlagfläche erreicht. Der Ball fliegt sehr hoch vom Schlägerblatt ab und ist daher bei ungünstigen Witterungsbedingungen schlecht zu kontrollieren. Außerdem kann der Ball, wenn man nur den dynamischen Loft erhöht, nicht weit genug fliegen, da Pitches auch bei Entfernungen zwischen 60 und 80 Metern gespielt werden.

Eintreffwinkel: Wie schon erwähnt, beeinflusst der Eintreffwinkel die Drallrate. Mit Hilfe eines steileren Eintreffwinkels lässt sich der Rückwärtsdrall steigern, ohne dass dabei die Schlägerkopfgeschwindigkeit wesentlich erhöht werden muss. Bei dieser Schlagausführung kann der Ball auch von normalen Fairwaylagen, von härteren Stellen oder sogar aus Divots mit höherem Rückwärtsdrall gespielt werden. Aus den genannten Vorteilen leitet sich ab, dass diese Variante zur Steigerung des Spins zu bevorzugen ist.

Der Eintreffwinkel wird steiler, je mehr der Ball von oben getroffen wird. Das wird erleichtert, wenn die Hände (oder das Griffende) im Treffmoment weiter vor dem Ball sind, als in der Ansprechsituation. Das reduziert gleichzeitig aber den dynamischen Loft im Treffmoment. Obwohl der dynamische Loft etwas geringer wird, kann der Spin sich unter bestimmten Bedingungen erhöhen. Dabei ist es wichtig, dass das Griffende im Treffmoment nicht nur weiter vor der Position im Ansprechen ist, sondern zudem auch noch näher am Boden

Nur wenn das Griffende sich nach unten bewegt, wird ein Divot herausgeschält. Bleibt das Griffende im gleichen Abstand zum Boden, so streift die Sohle nur über das Gras, wird aber nicht in den Boden eindringen.

Mit Hilfe des theoretischen Begriffs „Spinloft“ lässt sich erklären, in welchem Maß der Spin sich durch die Relation zwischen Eintreffwinkel (ETW) und dynamischen

Loft(beim Treffen des Balles) vergrößern kann: Dynamischer Loft minus Eintreffwinkel = Spinloft

Loft im Impact: 50 Grad minus ETW z.B. 0 Grad(das wäre ein flacher ETW)

Also 50 minus 0 = Spinloft: 50

Dieser Ball würde höher fliegen und hätte nicht mehr Spin als mit der Chiptechnik.

Loft im Impact: 50 Grad – ETW z.B. 15 Grad ( steiler ETW = Minus)

Also 50 minus -15= Spinloft: 65

Dieser Ball würde flacher fliegen und hätte deutlich mehr Spin.

Anwendung:

Der Pitch wird aus Entfernungen zwischen 25 und 80 Metern gespielt. Theoretisch könnte man die Pitchtechnik mit jedem kürzeren Eisen spielen – der Punch ist auch eine Form des Pitches – jedoch wird in Grünnähe dazu meist das Sandwedge verwendet.

Der Schlag wird immer dann gewählt, wenn der Ball so schnell wie möglich in der Nähe der Landestelle stoppen soll. Für die Schlagtechnik ist es unerheblich ob dabei ein Bunker oder ein Wasserhindernis überflogen werden muss. Für den klassischen Pitch ist eine Mindestlänge von ca. 25 Metern notwendig, denn erst bei einer bestimmten Schlägerkopfgeschwindigkeit kann genügend Spin erzeugt werden. Kürzere Entfernungen lassen sich besser mit der Chip – oder Lobtechnik spielen.

Der Pitch gelingt am besten von sehr kurz geschnittenem Gras, denn dann ist es möglich, einen direkten Kontakt mit dem Ball zu erzeugen. Er kann aber auch von sehr harten Fairwaystellen oder sogar aus Divots erfolgreich gespielt werden. Ebenso gelingen lange Bunkerschläge mit der Pitchtechnik ausgezeichnet. Der Ball erreicht dabei die höchsten Drallraten.

Entscheidend für den Erfolg des Schlages ist, dass zwischen Ball und Schlagfläche keine Grashalme eingeklemmt werden, denn dadurch wird der Rückwärtsdrall reduziert und der Ball fliegt zu weit. Es entsteht ein sogenannter „Flyer“

Des Weiteren reduzieren abgenutzte oder dreckige Rillen auf der Schlagfläche den Spin, da nun Gras, Erde oder Feuchtigkeit nicht mehr in ihnen aufgenommen werden können.
Quelle: Kurzes Spiel – Pitchen mit Benjamin Schlichting