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Der Trainer Roland Becker vom Golfclub Hubbelrath wurde vom Berufsverband der Golf-Profis PGA zum besten Golflehrer Deutschlands gewählt. Ein guter Grund, dem 42-Jährigen auf der Anlage in Hubbelrath einen Besuch abzustatten, um der Faszination Golf auf die Spur zu kommen.

Am späten Mittag trifft man ihn mit Marc Schramm, einem Mitglied der Jung-Senioren-Mannschaft, beim Training in einer Abschlagbox. Für Laien sieht es eigentlich fast immer gleich aus: Schramm schwingt den Schläger zurück und katapultiert den kleinen gelben Ball in die Höhe. Dieser verschwindet im Nu aus dem Blickfeld im hellen Himmel und wird erst im Fallen etwa 200 Meter weiter wieder sichtbar.

Roland Becker steht vor zwei Bildschirmen: Einer gibt die Messungen eines Radargeräts an, zeigt Größen wie Geschwindigkeit und Abschlagwinkel, der andere gibt die Bilder von drei Videokameras wider, die den Schlag von mehreren Perspektiven aufzeichnen. Deshalb kann Becker auch gleich beantworten, wie hoch die Geschwindigkeit des Schlages war: 160 Stundenkilometer. „Je besser der Spieler, desto wichtiger die Geräte“, sagt Roland Becker. Zusammen mit dem Golfer ist er auf der Suche nach dem perfekten Schlag. Wo es noch ein bisschen hapert, zeigen die Geräte an.

Roland Becker zieht daraus sofort seine Schlüsse: etwa ob der Spieler das Handgelenk leicht eindrehen oder den Schläger anders zurückschwingen sollte. Wer das gute Gefühl vom Tennis kennt, wenn der Schläger den Ball optimal trifft, wird dieses Gefühl beim Golf oft vermissen. Denn dort ist der Spielraum für den perfekten Schlag sehr gering, erklärt Becker: „Der Ball ist klein, der Schläger ist klein, der Abstand, die Bewegung und die Geschwindigkeit sind groß.“ Ein Anfänger sollte deshalb lieber erst einmal den Bewegungsablauf üben, bevor er versucht, den Ball zu treffen.

Nach dem Ende des Trainings hat Marc Schramm etwa 100 Bälle geschlagen, ihm rinnt der Schweiß von der Stirn. Fragt man ihn, was Becker als Lehrer so besonders macht, kommt die Antwort prompt: „Ganz schnelle Korrekturen und ganz schneller Erfolg.“

Trotz der Auszeichnung der Profis hört das Roland Becker gern und erklärt seine Motivation beim Unterrichten: „Wenn die Leute auf dem Platz stehen und strahlen, weil sie einen Ball geschlagen haben, wie sie es noch nie zuvor getan haben, dann ist das ein tolles Gefühl. Das möchte ich jede Stunde schaffen.“

Sonja Schmitz  Quelle: RP Text & Bild